Mittwoch, 20. November 2013

Nach EDEN

Wer schon einmal mit der Freude, Fantasie und Erwartung einer Buchherstellung gelebt hat, wird wissen, dass die wahre Teuernis folgt, wenn das Werk vorliegt. Nur allein die große Menge an Freunden, nur allein sie bedacht, die beglückt werden sollen und deren Einkommen gerade reicht, die Kosten des Zweitautos beklagen zu können. Und würde ihr Hirn scheitern, das Werk zu lesen, so sind es doch bestliebste Menschen, die dann auf Jahre verzweifelt versuchen es nicht dahin kommen zu lassen, dass nach ihrem Gefallen gefragt werden könnte. Einige Selbstbewusste handeln das Ganze mit einem „Demnächst“ ab und finden das Foto auf dem Einband schön.

Es soll an dieser Stelle vom Porto geschwiegen werden, wenn die Freunde weiter entfernt wohnen und beleidigt sind, wenn nicht an sie gedacht wird, am besten zu nachtschlafender Stunde und mit dem Entsetzen der Schuld. Es soll im Weiteren davon geschwiegen werden, dass Bücher auch als Verkaufsprodukte vorkommen, das ist dann eher eine Angelegenheit für Fremde.

Die Frage lautet: Warum trotzdem? Es sei die Antwort der Liebe gegeben, und die schnelle Auffassung sei gewarnt: Es ist die Liebe zum Getanen, zum Werk. Dazu braucht es die Freunde, weil das Werk sonst einsam wäre, dazu braucht es die Sozialität, und ob sie auch noch so teuer ist.

Es sei hier noch kurz angewähnt, dass keine Wahrheit derart absolut ist, dass es nicht eine andere Erfahrung gäbe. Und selbst da bestätigen Ausnahmen die Regel, je nach Hirnenge. „Nach Eden“ ist erschienen, einem Engel im Regen gleich, und wer die Tür öffnet, möge sich nicht wundern, wenn er sie nach draußen bittet.

Friedhelm Kändler

Dienstag, 5. November 2013

N° 20 gedruckt

Die Erstausgabe der PoStille 20 wurde traditionell in Handarbeit auf dem heimischen HP 8000 gedruckt und anschließend gefalzt. 30 Exemplare harren der Verteilung.